Diplomarbeit Fachhochschule Köln

im Rahmen des German Apsara Conservation Projects

Veröffentlichungen: Susanne Runkel, Hans Leisen, Esther von Plehwe-Leisen and Robert Fuchs: Interior Polychromy and Wall Paintings in Khmer Brick Temples of the 9th and 10th Century in Cambodia.  In: Tjoa-Bonatz, M. L., Reinecke, A.,  Bonatz, D. (Hrsg.): Connecting Empires and States. Selected Papers from the 13th International Conference of the European Association of Southeast Asian Archaeologists, Volume 2. Singapore 2012. S. 276-289. >zum Artikel<

Hans Leisen, Susanne Runkel, Esther von Plehwe-Leisen & Robert Fuchs: Ziegeltempel der Khmer in Kambodscha. Wandmalereien und Architekturpolychromie. In: Fachhochschule Köln. Forschungsbericht 2010. Köln 2010. S. 48-50. >zum Artikel<

In Ziegeltempeln des Khmer Reichs wurde eine umfassende Bestandsaufnahme der Innenraumdekoration an 19 ausgewählten Tempeln des 9. und 10 Jhs. durchgeführt. Die Ergebnisse der restauratorischen Untersuchungen belegen erstmals, dass die Ziegelwände ursprünglich farbig gefasst waren und stellen einen erweiternden Beitrag zum Verständnis der Khmer Kunst dar. Den Schwerpunkt der Untersuchungen bildete die Bestands- und Zustandserfassung der ornamentalen und figürlichen Malerei der Tempel Preah Ko, Prasat Thom und Prasat Neang Khmau.

Im Zuge der Inventarisierung von insgesamt 105 Ziegeltürmen ergab sich ein Bestand von 43 Türmen, die Innenraumdekoration aufweisen. Trotz dieser relativ geringen Erhaltungsquote von 41% konnten dennoch in 16 von 19 Tempelkomplexen Farbfassungen dokumentiert und ansatzweise rekonstruiert werden. Dies berechtigt die Folgerung, dass ursprünglich sämtliche Innenräume farbig gestaltet waren.

Die Qualität der Fassungen zeigt sich unterschiedlich, der Grundgedanke aber war, die Heiligtümer im Inneren nicht undekoriert zu lassen. Es bestehen rote und ziegelfarbene Wandfassungen, die als Schlämmen interpretiert wurden. Die Akzentuierungen des Sockelbereiches wurden in Rot und/ oder Schwarz ausgeführt. Ornamentale und figürliche Malereien wurden in Schwarz und Rot auf hellen, gelblichweißen oder roten Untergründen ausgeführt. Verwendet wurden Tonerdepigmente und Zinnober. Die Frage, ob es sich bei dem Bindemittel um den asiatischen Lack oder ein natürlichen Baumharz handeln könnte, wurde aufgrund der geringen Rückstände in den Proben noch nicht geklärt.

Es konnten verschiedene Dekorationssysteme aufgezeigt und in zeitlichen und örtlichen Zusammenhängen dargestellt werden. Auch wenn teils nur wenige Befunde für eine Innenraumgestaltung vorliegen, können diese aufgrund der streng befolgten Prinzipien der Khmer Kunst von Symmetrie und Wiederholung auf andere Bereiche oder auch benachbarte Türme übertragen werden. Die hier vorgestellten Befunde sind als die einzigen Zeugnisse für die Innenraumgestaltung von hohem Wert.

Die Formensprache der Ornamente wurde an Stuck- und Steinornamenten belegt. Ein direkter Vergleich war nur am Preah Ko möglich. Es konnte aufgezeigt werden, dass in der Gesamtkomposition der Tempel einen Bezug von Außen- und Innendekoration besteht. Ein beliebtes Motiv sind Lotosornamente. Die Lotosblüte gilt im Buddhismus als Symbol der Reinheit. Die dominierenden Farben Rot, Schwarz und Weiß haben ebenfalls religiöse Bedeutung. Sie symbolisieren im hinduistischen Glauben die drei existenziellen Eigenschaften. Dies spricht für einen gezielten Einsatz der Farbigkeit.

Der Erhaltungszustand der Fassungen ist wesentlich von dem Zustand der Bausubstanz und der Wartung der Türme abhängig. Als Schadensursachen gelten Feuchte- und Salzbelastung sowie biologischer Bewuchs. Ein wesentlicher Faktor der Salzbelastung kann auf die Fledermausexkremente zurückgeführt werden. Um die hier vorgestellten Befunde von Wandfassungen langfristig zu erhalten, sollten möglichst präventive Vorkehrungen wie etwa gegen weiteren Salzeintrag durch Fledermäuse getroffen werden.

Eine Initiative zum Erhalt des Bestandes dieser Malereien ist wünschenswert.

>Kurzfilm zur Untersuchung<

 

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