Das Arbeitsspektrum der restauratorischen Untersuchung beinhaltet die Erfassung und Bewertung von Bestand und Zustand in ihren historischen und materialkundlichen Zusammenhängen. Für eine Bestandsuntersuchung (Voruntersuchung, Farbbefundung) werden am Objekt stratigraphische Befundfenster angelegt, welche die Abfolge der aufeinanderliegenden Farbschichten aufzeigt und die im Zusammenhang die verschiedenen historischen Gestaltungsphasen rekonstruierbar machen. Bild- und Schriftquellen werden unterstützend hinzugezogen. Mit diesen Ergebnissen können Kunst- oder Baudenkmäler nach ihrer historischen Vorlage rekonstruiert werden. Bei einem hochwertigen Befund wie etwa Wandmalereien oder einer künstlerisch anspruchsvollen Fassung kann die übermalte Fläche auch freigelegt werden.
Des weiteren beinhaltet die restauratorische Untersuchung die Klärung kunsttechnologischer und naturwissenschaftlicher Fragestellungen, die Ermittlung von Schadensursachen, die Planung und Beratung. Die Ergebnisse werden in einem Bericht zusammengeführt, ausgewertet und bilden die Basis für Handlungsempfehlungen und Erhaltungskonzepte, die in ihrer Umsetzung vom Restaurator betreut oder selbst ausgeführt werden.

Fassungsuntersuchung

Die Untersuchung historischer Farbfassungen gilt als Herzstück unserer Leistungen. Hier werden Fragen geklärt, wie Kircheninnenräume, Wohnräume, Treppenhäuser, Fassaden oder Figuren in früheren Zeiten gestaltet waren. 

Neben der Auswertung historischer Aufnahmen (meist schwarz-weiß) dient das Beobachten mit dem bewaffneten und unbewaffneten Auge, im natürlichen und künstlichen Auf- und Streiflicht als Hauptlieferant von Erkenntnissen. Wie in einer kleinsten archäologischen Grabung arbeiten wir uns durch die Malschichtabfolge von oben nach unten bis auf den Träger, den Putz, den Stein, die Terrakotta… Dies ergibt ein stratigraphisches Befundfeld. In der Stratigraphie (von lateinisch stratum „Schicht“ und -graphie) kann abgelesen werden, wie der entsprechende Bereich im Laufe der Zeit verändert wurde. Die Bereiche dieser Punktuntersuchungen müssen sorgfältig und gezielt ausgewählt werden, da sie stellvertretend für ganze Flächen Aussage liefern sollen. Daraus erhebt man einen Befund. Der Begriff Befund ist hier aber eher aus dem medizinischen Bereich abzuleiten und bezeichnet relevante Erscheinungen, Gegebenheiten und Veränderungen, die durch den Restaurator als Untersuchungsresultat erhoben werden. Dies geschieht durch unterschiedlichste Untersuchungsmethoden und Hilfsmittel, und die Ergebnisse werden auf verschiedenste Weise dokumentiert (Text, Bild, Grafik, etc.).

Weiterführende naturwissenschaftliche Untersuchungsmethoden sind mikroskopische Untersuchungen von Anschliffen, Bindemittel-und Pigmentanalysen, sowie die Untersuchung der Putzzusammensetzung.

 

Schadenserfassung

Vor einer restauratorsichen Maßnahme muss zunächst der Zustand des Objekts bewertet werden. Darauf aufbauend wird ein individuelles Maßnahmenkonzept erstellt.

Diese Schadenserfassung kann je nach Objekt sehr unterschiedlich gewichtet sein. In jedem Fall sind die Schäden festzustellen, zu erfassen und zu beschreiben. Hierbei können auch naturwissenschaftliche Untersuchungsmethoden zum Einsatz kommen. Die Erfassung des Objektes in seinem Gesamtzusammenhang, insbesondere die Ursachenermittlung der Schäden ist für uns obligatorisch.

Auch bei Versicherungsfällen wie Schäden beim Kunsttransport, Wasserschäden, o.ä. stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.